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Andreas Kossmann Fotografie

Kanada 2017: Tag 6 – Typisch Regenwald

Heute stand der erste Bettenwechsel auf der Insel an. Nach einem gemütlichen Frühstück packten wir unsere Sachen ins Auto und warfen den Schlüssel unserer Übergangswohnung, wie mit dem Vermieter vereinbart, in einen Briefkasten am Haus. Ein metallernes „KLONG!“ quittierte den Einwurf ausreichend laut, so dass wenig später unser Vermieter den Kopf durch die Eingangstür seiner Wohnung steckte, um uns alles Gute und einen weiteren schönen Urlaub zu wünschen. Um 9:30h saßen wir dann in unserem Wagen und programmierten das neue Ziel im Navi ein. Dies erwies sich aber als schwieriges Unterfangen, denn der neue Zielort Jordan River ist nicht wirklich groß. So peilten wir das nächste Etappenziel erstmal nur grob an, zumal wir uns auch mit den Google Maps Karten auf dem Handy über Wasser halten konnten.

Pünktlich zur Abfahrt schlug das Wetter um und so begleitete uns die gesamte Fahrt über mal mehr mal weniger starker Regen. Nicht schön aber auch nicht zu ändern. Nach gut einer Stunde erreichten wir Sooke. Wir nutzten die Kleinstadt für einen kurzen Zwischenstopp, um schon mal die nötigsten Vorräte einzukaufen. In Jordan River sollte es bis auf ein kleines Straßencafe keine wirklichen Läden geben. Von Sooke aus ging es dann die letzten 30km über den BC Highway 14 die Küste entlang nach Jordan River. Bei schönerem Wetter hätte man sicher die ein oder andere tolle Aussicht auf’s Meer bekommen. Am Ende unserer insgesamt rund 2 stündigen Fahrt machten wir an oben erwähntem Cafe halt, um eine Kleinigkeit zu Essen und dem nass kalten Wetter mit einem heißen Kaffee zu begegnen. Es war für uns wieder mal erstaunlich, dass in dieser kleinen abgelegenen Bretterbude, in der es nebenbei erwähnt ganz fantastisch nach Kuchen & Co roch, kostenloser Internetzugang zum Service dazu gehörte.  Schaut euch die Location auf google maps an: Karte. Eine Großstadt sieht anders aus….
Wir zogen es vor, unsere Beute in Form von Kaffee und herzhaften Teilchen draußen zu genießen. Auf der schmalen Terrasse gab es noch ein paar überdachte Plätze und so rückten wir uns die freie Bank und den dazugehörigen Baumstumpf, der als Tisch diente zurecht. Wenig später gesellte sich ein Pärchen aus England zu uns. Wie sich im Gespräch mit den beiden herausstellte, waren sie mit dem Zelt auf Vancouver Island unterwegs. Und ein paar Anekdoten von Ihnen später wussten wir wieder, warum diese Form des „Urlaubs“ für uns nicht in Frage kommt.

Bis zum vereinbarten Bezugstermin unserer neuen Unterkunft war noch reichlich Zeit. So fuhren wir nach der leckeren kleinen Stärkung zwar kurz an der Adresse vorbei, einfach um zu sehen, wo wir dann später hin mussten, machten aber dann erstmal einen Abstecher zum ersten Strand in der Nähe, zum China Beach.
Der Parkplatz abseits des Highways war recht schnell gefunden und der Regen hatte sich zwischenzeitlich auch etwas verzogen, so dass wir nur noch mit leichtem Niesel leben mussten. Aber irgendwie passte diese feuchte neblige Stimmung um uns herum zum Ort. Der Parkplatz lag quasi schon mitten im Regenwald und um zum Strand zu gelangen, mussten wir einen Weg durch selbigen Wald nehmen. Gute 500m schlengelte sich der Pfad vorbei an riesigen Bäumen, herrlichen grünen Pflanzen und abgestorbenen Baumstümpfen. Dann öffnete sich der Wald und wir traten auf den steinigen Strand. Entlang der Grenze zwischen Strand und Wald lag überall das typische Treibholz herum. Und auch der mehr als graue Tag konnte uns nicht die Freude daran nehmen, am China Beach auf Vancouver Island spazieren zu gehen.

Es war immer noch Zeit bis zur geplanten Schlüsselübergabe und so fuhren wir nach dem Besuch am China Beach weiter den Küsten-Highway entlang bis nach Port Renfrew. Eigentlich hatten wir vor, dort in einem der Lokalitäten nochmal eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Aber das besch…eidene Wetter sorget dafür, dass alle Restaurants und Cafes bereits gut besucht bzw. schlicht und einfach voll waren.  Also blieb uns nichts anderes übrig als auf einen Müsli-Riegel im Auto zurückzugreifen. Dann peilten wir wieder Jordan River an, in der Hoffnung, dass wir die Unterkunft auch etwas eher als ausgemacht beziehen könnten. Wir konnten.

Wir erreichten unsere Unterkunft über eine steile steinige Zufahrt. Am Ende lag ein Holzblockhaus wie aus dem Bilderbuch. Die überaus sympathische und freundliche Gastgeberin Kelly begleitet uns zusammen mit ihrem Hund Paddy, einem superlieben Labrador, zu unserer Wohnung. Dafür gingen wir einmal um’s Haus herum, um von hinten in die Souterrain-Wohnung zu gelangen. Die Wohnung war super eingerichtet und mehr als ausreichend groß. Ziemlich viele Dekosachen inkl. einem alten Motorrad mitten im Wohnzimmer verliehen der ganzen Geschichte ein ausgefallenes Flair. Wie wir am letzten Tag erfuhren, arbeitet der Mann des Hauses im Filmgewerbe und hat es sich nicht nehmen lassen diverse ausrangierte Requisiten hier unterzubringen. Mission gelungen.

Nachdem wir unser Quartier bezogen und alles Notwendige ausgepackt und verstaut hatten, nahm der Tag irgendwie Fahrt auf. Ehe wir uns versahen, setzte bereits die Dämmerung ein, neben erneutem Regen. Es reichte aber noch für einen kurzen Gang vor die Tür, um nach dem Abendessen noch etwas die Beine zu vertreten. Mit der Hoffnung auf Wetterbesserung gingen wir an diesem Abend recht zeitig ins Bett. Die Fahrt und die doch ausreichende Bewegung an der frischen Luft sorgten wieder einmal für die nötige Bettschwere. Gute Nacht, Jordan River!

 

PS: Wie ich im Nachgang festgestellt habe, hat dieser Blog-Eintrag eine kleine Besonderheit: Alle Bilder wurden nur mit dem Handy gemacht. 😉

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