RAHMENVISIONEN

Andreas Kossmann Fotografie

Kanada 2015, Tag 2: Vancouver

Hier der Tagebucheintrag zu unserem zweiten Tag in Vancouver. Fotos wieder unten am Ende des Berichts.

So leicht, wie wir abends zuvor nach einem fast 24 Stunden Tag in den Schlaf gekommen waren, so früh wurden wir leider auch dank Jetlag wieder wach. Bereits um 2 Uhr war die Nacht so gut wie vorbei. Natürlich hatte es keinen Sinn um diese Zeit aufzustehen und der Verstand sagte auch: „Komm schon, wenigstens noch 2 Stündchen!“. Mehr als dusseln war aber nicht drin, die innere Uhr tickte halt anders, nämlich wie 11 Uhr vormittags. Ab 4 Uhr war dann nichts mehr zu machen. Also TV an und Handy raus. Dank kostenlosem Hotel-WLAN konnte man sich neben kanadischen Nachrichtensendungen etwas die Zeit vertreiben. Frühstück war für 8 Uhr angesetzt. Als die Sonne sich langsam dem Horizont näherte, konnte man zwischen den Bäumen in der Ferne einen Hauch von Rocky Mountains entdecken. Ein erstes kleinen Highlight so früh am Tag.

Da auch nach dem Fertigmachen noch etwas Zeit war bis zur ersten Mahlzeit des Tages, beschlossen wir einen kurzen Spaziergang rund um’s Hotel zu machen. Einfach mal frische Vancouver-Luft atmen und etwas die Beine vertreten nach der langen Sitzerei gestern. Die Umgebung war standortbedingt (nahe des Flughafens) nicht sonderlich attraktiv aber das war uns zunächst mal egal. Das Wetter sollte schön werden und um so richtig auf Touren zu kommen, waren ein paar Schritte nicht verkehrt.
Das Frühstücksangebot war erwartungsgemäß etwas gewöhnungsbedürftig aber nicht schlecht. Neben dem Standardtoast gab es einige Gebäckteilchen, sowie Obst und diverse Cerealien. Mein persönliches Highlight: frische Waffeln zum Selberbacken!
Allerdings trat auch eine Versorgungslücke des Hotels schnell zu Tage. Der Kaffeenachschub geriet zu schnell ins Stocken. Scheinbar war man nicht gut vorbereitet auf eine größere Gruppe kaffehungriger Touris aus Deutschland. Jedenfalls dauerte es einige Minuten, bis eine oder auch zwei neue Kannen mit Kaffee angeschleppt wurden. Der anschließende Andrang an der Kaffebar war jedesmal ein Schauspiel für sich.

Gut gestärkt und mit Koffein vollgepumpt ging es dann mit einem hoteleigenen Transferbus bis zur nächsten Station des Vancouver Skytrain, um in die Stadt zu fahren. Zuvor mussten natürlich an der Station die Fahrkarten gekauft werden, was an 3 Fahrkartenautomaten möglich war. Erwartungsgemäß dauerte dieser Vorgang mit einer Gruppe von über 20 Leuten, was umgerechnet 10 einzelnen Kaufvorgängen entsprach, etwas länger und so erwischten wir den nächsten Zug so gerade eben. Das besondere am Vancouver Skytrain, der anlässlich der Olympischen Spiele 2010 gebaut wurde, ist die Tatsache, dass er unbemannt und vollautomatisch seine Kreise zieht. Menschliches Personal sieht man nur , wenn gelegentlich mal Kontrolleure einsteigen. Oder ein Fahrgast dückt auf den gelben Not-Streifen unter den Fenstern für den stillen Alarm. Dann hat man an der nächsten Haltestelle direkt Halligalli mit einer Horde Polizisten, die zu Hilfe eilen. Stress gab’s nicht und Hilfe brauchten wir auch nur kurz beim Fahrkartenkaufen, aber da konnte unser Guide Andreas Keller (www.canada-keller.com) natürlich weiterhelfen. Die Fahrt endete für uns alle an der Haltestelle „Yaletown-Roundhouse Station“.

Das Wetter war für Sightseeing in der Stadt perfekt: Blauer Himmel, weiße Wattewölkchen und angenehme 23 Grad. Wir wurden von Andreas noch kurz eingenordet, jeder bekam einen Stadtplan mit vorbereiteten Markierungen in die Hand gedrückt und dann ging’s auch schon los. Wir zogen zunächst gesammelt am False Creek, einem Meeresarm der in die Stadt reinreicht, entlang. Wir liessen den Anblick der großteils modernen Häuser und Hochhäuser auf uns wirken und genoßen es einfach da zu sein… in Vancouver.
Dann ließen wir uns von einer kleinen Fähre auf die andere Seite übersetzen, zu den großen Markthallen von Granville Island. Hier gab’s dann Zeit zur freien Verfügung bis sich die Gruppe gegen 13:30h wieder am Sammelpunkt einfinden sollte. Die umliegenden kleinen Geschäfte hatten Allerlei zu bieten nicht zuletzt natürlich eine Vielzahl von Souvenirs.
In der großen Markthalle war dann richtig Hallo! angesagt. Da gab es jede Menge zu sehen und zu kaufen. Super frisches Obst und Gemüse und Fleisch und…und…und.
Zum Abschluss der Runde gab’s für uns Sushi zum Mittag und der vereinbarte Treffpunkt war schon in Sichtweite. Die meisten hatten sich schon dort eingefunden und so warteten wir gemeinsam auf die restlichen Teilnehmer. Das Warten wurde leider zur kleinen Geduldsprobe, weil die fehlenden Teilnehmer erst eine geschlagene Stunde später eintrudelten. „Halb zwei“ und „Halb drei“ lagen akustisch scheinbar zu nah beieinander.

Es ging dann letztlich gesammelt mit der Fähre zurück ans andere Ufer und per pedes weiter Richtung Sunset Beach, einem schmalen Strandabschnitt entlang des Meeresarms. Den nächsten Halt und Fotostop gab es dann am „Inukshuk“, einem  Steingebilde, dass anlässlich der EXPO 1986 am Rande der English Bay in Vancouver aufgestellt wurde. Weiter ging es dann  zu den Bronze Skulpturen „A-maze-ing Laughter“. 14 Statuen die allesamt verschiedene Formen des menschlichen Lachens zum Ausdruck bringen. Anschließend teilte sich die Gruppe auf in Shopping-Bummel über die Robson Street und Fahrradtour entlang des Stanley Parks. Für uns war schon vorher klar, dass wir uns der Bike-Gruppe anschließen würden. Bis zum Fahrradverleih musste man aber noch den ein oder anderen Meter zu Fuß zurücklegen. Mit kanadischer Gelassenheit wurde unsere Gruppe vom Fahradverleihmann verarztet und jeder bekam ein Bike, dass in etwa zu ihm passte. Wir sammelten uns am Ende der Denman Street in einem Wendehammer am Yachthafen und starteten von dort die Runde um den Stanley Park. Ein paar Minuten und Kilometer später gab es dann den ersten Stop bei den berühmten Totempfählen. Einige Fotos später setzte sich die Gruppe dann wieder in Bewegung. Die Runde, die im übrigen als Einbahnstraße deklariert ist, konnte jeder genießen, denn das Tempo war gemächlich und die Aussicht zu jeder Zeit fantastisch. Wir waren gute 1,5 Stunden unterwegs und am Ende der Runde teilte sich die Fahrrad-Gruppe weiter auf, um dann abends am Restaurant „The Mill“ wieder zusammenzufinden.

Wir entschlossen, mit einem anderen Pärchen fußläufig die Robson Street zu erkunden. Auf halber Strecke sprang uns aber ein hoher Gebäudeturm ins Auge und wir überlegten, dass es doch recht reizvoll wäre von dort oben auf Vancouver zu gucken. Wie sich herausstellte war das Gebäude ein Hotel und zu unserem Glück bestand die oberste Etage aus einem Panoramarestaurant. Die nächsten 2 Stunden genoßen wir den herrlichen Ausblick auf Vancouver. Wie es sich für ein ordentliches Panoramarestaurant gehört, drehte sich die Plattform langsam, so dass man mit der Zeit alle Himmelsrichtungen erkunden konnte. Die Zeit schritt voran und wir wollten natürlich nicht zu spät zum Essen kommen, so dass wir den Fahrstuhl nach unten wählten und noch etwas die Robson Street mit all ihren Geschäften erkundeten. Irgendwann bogen wir dann Richtung Hafen ab.
Und an einer kleinen Straßenkreutzung stand er dann plötzlich. Bekannt aus Film und Fernsehen. Der Skunk. Wir trauten unseren Augen kaum, als dieses kleine Stinktier mitten in der Stadt seinen Weg über die Straße suchen wollte. Uns war sofort klar: das würde nicht gutgehen. Die Autos würden ihn zwnagsläufig ins Jenseits befördern. Geistesgegenwärtig sprang unser Begleiter auf die Straße und zwang die herannahenden Autos zu einem Stop. In bester Schülerlotsenmarnier geleitete er das arme Tier auf die andere Straßenseite. Es lief direkt an uns vorbei und so konnten wir sehen, dass es im Leben schon einiges mitgemacht haben musste, so zerzaust wie es aussah. Vielleicht hatten wir hier auch einen geplaten Suizid verhindert. Wir waren uns kurz unsicher…

Fast pünktlich trafen wir bei The Mill ein. Die anderen hatten schon 2 Tischgruppen gebildet und freundlicher Weise für uns 4 Plätze freigehalten. Die Geschichte um das vermeindlich lebensmüde Stinktier machte schnell die Runde und Beweisfotos auf dem Kameradisplay wurden ungläubig beäugt. Die Temperaturen waren noch angenehm, so dass wir draußen saßen während der Abend dann doch mit großen Schritten über uns heranbrach. Etwas Kühle brachte er mit aber es war noch erträglich. Nach dem Essen wurde schnell gezahlt und anschließend zogen wir gesammelt los um uns eine sagenumwobene Dampf-Uhr anzugucken. Niemand aus der Gruppe wusste so recht, was man sich darunter vorzustellen hatte aber unser Guide wollte uns dieses Highlight der Stadt nicht vorenthalten. Vorbei am Vancouver Conference Center und diversen beleuchteten Gebäuden bogen wir  schlussendlich in die Water Street ein. Wenige Meter später hatten wir das Ziel erreicht: die Steam Clock. Eine Standuhr, die mit Wasserdampf betrieben wird und zu jeder Viertelstunde über ihre Dampfpfeifen eine Melodie in die Straßen Vancouvers verbreitet. Gespannt warteten wir auf den nächsten musikalischen Ausbruch. Um 21:30h war es soweit: Zisch! Möp, möp, möp, möp! … Das war’s. Die Blicke und Reaktionen in der Gruppe schwankten zwischen ungläubig und belustigt. Ende der Vorstellung.  Abmarsch zur Bahnstation und zurück ins Hotel. Morgen sollte die Reise dann richtig losgehen…

Granville Island

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Inukshuk

Inukshuk

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Lions Gate Bridge

Lions Gate Bridge

Vancouver Harbour Flight Centre

Vancouver Harbour Flight Centre

Vancouver Citylights

Vancouver Citylights

Skytrain im Bahnhof

Skytrain im Bahnhof

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