RAHMENVISIONEN

Andreas Kossmann Fotografie

Kanada 2017: Tag 10 – Ziegen auf dem Dach

„Komm, heute gucken wir uns mal Bäume an!“. Natürlich waren damit keine x-belibiegen Bäume gemeint sondern ganz besondere. Vor allem besonders alte. Denn die Bäume, in dem Fall sogenannte Douglasien (Douglastannen), im MacMillan Provincial Park sind teilweise geschmeidige 800 Jahre alt. Dabei können sie größten Exemplare einen Stammumfang von 9 Metern erreichen.
Diese Brummer wollten wir uns nach dem Frühstück mal aus der Nähe angucken.  Cathedral Grove, so der Name des besonderen Baum-Areals im Provincial Park, war nur ca. 40 Autominuten von Nanaimo entfernt. Für nordamerikanische Verhältnisse also quasi „umme Ecke“. Wir waren dann auch in der abgeschätzten Zeit vor Ort aber zu unserer Überraschung war der kleine Parkplatz, der unmittelbar entlang des Alberni Highway liegt, bereits am Vormittag hoffnungslos überfüllt. Einige PKW und Wohnmobile hatten bereits eine Warteschlange gebildet. Hier wollten wir uns definitiv nicht einreihen weil absehbar war, wie es im Park aussehen würde, wenn der Parkplatz schon aus allen Nähten platzte. Also machten wir auf der Stelle wieder kehrt.

Keine 15 Minuten später erreichten wir schon das nächste Ziel auf unserer heutigen „to-visit“-Liste: die Little Qualicum Wasserfälle im gleichnamigen Provincial Park. Ein schöner Wasserfall in mitten  unberührter Natur. Herrlich! Es hätte draußen aber gerne ein paar Grad wärmer sein dürfen. Unter einer dicken Wolkendecke war es sogar am fortgeschrittenen Vormittag noch ganz schön schattig. Aber wir hatten ja eh nicht vor auf dem Parkplatz festzuwachsen und so drehten wir eine kleine Runde zu Fuß im Park um den Wasserfall und sein Ausläufer. Natürlich nicht ohne diverse Fotostopps einzulegen. Zur Mittagszeit setzten wir unsere Ausflug-Tour fort und steuerte das nur wenige Minuten entferne kleine Städtchen Coombs an. Als erstes durchstöberten wir ein paar urige Läden. Wir kamen uns vor als hätten wir mit Öffnen der ersten Eingangstür eine kleine Zeitreise gebucht. Der Laden stand voll mit altem Plunder. Aber nicht etwa im Sinne von antiken Möbeln sondern zB von Spielzeugfiguren, die bereits in die Jahre gekommen waren. Oder Dingen aus dem Haushalt, die schon bessere Zeiten erlebt hatten und so schon lange nicht mehr genutzt wurden. Man konnte einem richtigen Rundgang in dem Laden folgen. Zu unserer Belustigung saß hinter dem winzigen Kassenthresen ein Mann, der dem CocaCola-Weihnachtsmann wie aus dem Gesicht geschnitten war. Groß, wohl genährt und mit einem ordentlichen weißen Rauschebart ausgestattet. Wahnsinn, diese Ähnlichkeit. Es fehlte eigentlich nur das offizielle Weihnachtsmann-Outfit und ich hätte ihm vielleicht direkt meinen Wunschzettel in die Hand gedrückt.

Nach dem Rundgang durch die Krimskrams-Histrorie war erstmal Zeit für nen Kaffee. Diesmal inklusive kleinem Eisbecher. Es war doch tatsächlich richtig warm geworden in der Zwischenzeit. Nach der kleinen Stärkung schlenderten wir zum eigentlichen Highlight der Stadt: „Goats on a roof“. Ja, richtig. Auf dem Dach eines Ladens, der internationale Produkte verkauft, sind doch tatsächlich ein paar Ziegen zuhause. Das Dach ist mit Gras und Büschen bepflanzt, so dass die Hornviecher recht gerne dort oben den Tag über abhängen. Im Laden kann man diverse Produkte mit dem GOAR-Logo drauf erwerben. Und… Frankfurter Würstchen. Wie schon gesagt, internationale Produkte.

Danach ging’s dann mit dem Mobil weiter. 20 Minuten Fahrt zum nächsten Ziel, einem weiteren Wasserfall mit dem wohlklingenden Namen Englishman River Falls. Eine gute Gelegenheit mal wieder ein bisschen „weiches Wasser“ zu fotografieren. Zur Abwechslung konnte ich so meiner Frau mal wieder eine neue Foto-Technik an ihrer Kamera erklären: Langzeitbelichtung von fließendem Wasser, damit dieses im Foto so schön weich aussieht. Nachdem wir uns fototechnisch an dem Wasserfall ausgetobt und den Naturrundgang beendet hatten, ging es weiter nach Parksville.

Dort erwartete uns jetzt kein touristisches Highlight aber wir wollten den Nachmittag gemütlich am Wasser ausklingen lassen. Da kam uns ein schöner Imbisswagen an der Strandpromenade gerade recht. Wir entschieden uns sofort für ganz simple aber leckere Pommes! Einen kleinen Verdauungsspaziergang am Strand später saßen wir dann schon wieder Bord unseres Campers.

Es ging zurück nach Nanaimo. Ein abwechslungsreicher Tag ging zu Ende. Mehr als die übliche abendliche Couchbelagerung passierte nicht mehr. Gute Nacht, Nanaimo.

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2018 RAHMENVISIONEN

Thema von Anders Norén