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Andreas Kossmann Fotografie

Kanada 2016: Tag 16 – Auf nach Waterton

Der heutige Morgen bedeutete für uns den Abschied von Banff und gleichzeitig den Start der längsten Etappe unserer Tour. Rund 360 Kilometer lagen vor uns auf dem Weg zum Waterton Lakes Nationalpark. Entsprechend früh waren wir aufgestanden und nach einem gemütlichen Frühstück ging es dann auch los. Über den Highway 1, vorbei an Canmore und den „Three Sisters“ bis zum Abzweig auf den Highway 40, den Kananaskis Trail. Die Strecke durch Kananaskis Country ist wunderbar zu fahren und hat jede Menge abwechslungsreiche Landschaften zu bieten. Von den wilden Rocky Mountains zu Anfang bis zur offenen Prärie am Ende. Und zu früher Stunde waren wir hier fast alleine unterwegs. So cruisten wir bei herrlichen Sonnenschein gemütlich dahin. Bis plötzlich etwas mitten auf dem Highway stand. Wir konnten es zunächst nicht ganz erkennen, da wir von der tiefstehenden morgendlichen Sonne etwas geblendet wurden. Es waren auf jeden Fall Tiere. Dani brachte den Camper zum Stehen. Eine Herde Dickhornschafe versperrte uns die Weiterfahrt. Sie waren völlig entspannt dabei, etwas aus den Löchern im Asphalt zu lecken. Ob es Regenwasser aus der Nacht war? Vielleicht. Die Kameras wurden natürlich sofort gezückt und so konnte die kleine Road-Fotosession beginnen. Es war weit und breit kein Auto in Sicht auf das wir hätten achten müssen. Nur wir und die Schafe. Sie störten sich wenig an unserer Anwesenheit. Aber nach einer Weile entschieden sie sich dann freundlicher Weise doch dazu, den Weg freizumachen. Wir hatten bis dahin genug Bilder im Kasten und setzen dann gut gelaunt unsere Fahrt fort. Diese Begegnung auf freier Strecke war auf jeden Fall ein erstes Highlight des noch jungen Tages. Wenig später ließen wir den bergigen Abschnitt hinter uns und die endlosen Weiten der Prärie übernahmen die Hauptrolle im Landschaftskino. Bei Longview wechselten wir dann erneut den Highway (22) und tankten in dem kleinen Örtchen auch auf. Von hier aus lagen noch ca. 200km vor uns. Die weitere Fahrt verlief dann ohne Zwischenstopps oder Tiersichtungen und so passierten wir gegen 13h die Tore zum Waterton Lakes Nationalpark.

Wenige Minuten später erreichten wir Waterton. Es war ganz schön was los in dem kleinen Städtchen. Für uns keine wirklich guten Vorzeichen auf dem Weg zum Campground. Die Bestätigung folgte auf dem Fuß: kein freier Platz! Zumindest keiner mit Versorgungsanschlüssen. Nach ein wenig hin und her und der Abwägung alternativ auf andere Campgrounds vor den Toren des Parks auszuweichen, hatten wir zusammen mit der netten Parkangestellten einen Plan ausgehandelt: Wir bekamen für eine Nacht einen Stellplatz ohne Strom und konnten dann am nächsten Tag auf einen mit Stromanschluss umziehen. Das war ein guter Kompromiss. So konnten wir auf unserem stadt- und seenahen Campground stehen und die kurzen Wege genießen. Wir parkten unseren Camper und waren schon wenig später zu Fuß am Ufer des Upper Waterton Lake unterwegs. Nach der langen Fahrt mussten wir uns dringend die Beine vertreten. Wir machten noch einen Schlenker durch Waterton und gönnten uns ein leckeres Eis bei „The Big Scoop“. Zurück auf dem Campground legten wir eine kurze Duschsession ein.

Am späten Nachmittag nahmen wir nochmal auf dem Fahrer bzw. Beifahrersitz unseres Campers platz. Wir hatten uns vorgenommen, auf dem Red Rock Parkway nach Bären Ausschau zu halten. Bereits bei der Einfahrt in den Park waren uns die blinkenden Bären-Warnschilder aufgefallen. In den folgenden 1,5 Stunden hatten wir das Glück, sogar 4 Bären zu sichten. Alle hatten sich aber leider so gut versteckt, dass ich kein einziges vorzeigbares Foto zu Stande gebracht habe. Ständig waren Büsche oder Äste im Weg oder die Bären einfach viel zu weit weg. Naja, uns bleiben die Erinnerungen im Kopf. Zurück auf dem Campground wurden wir dann noch von ein paar Rehen überrascht. Eine Mutter war mit ihren 2 Kleinen auf Futtersuche. Waterton ist ja bekannt dafür, dass die Tiere sich sogar gerne in den Vorgärten der Wohnhäuser rumtreiben. Der Abend brach dann schnell an und wir verkrümelten uns in unser mobiles Zuhause. Einen Absacker später wurden die Augen dann auch schon schwer und wir erklärten den Tag für beendet. Gute Nacht, Waterton!

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