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Andreas Kossmann Fotografie

Kanada 2016: Tag 14 – Banff total

Beim Frühstück an diesem Morgen überkam mich eine gewisse Unsicherheit. Ob die Online-Reservierung für den Trailer Court Campground gestern wirklich funktioniert hatte? Irgendwie hatte ich eine Bestätigung per mail oder so erwartet aber die kam nicht. Wir packten unsere Sachen zusammen und verließen gegen 9 Uhr den Two Jack Lake Campground. Am Ausgang fragten wir vorsichtshalber mal, ob wir den Stellplatz notfalls auch noch einen Tag länger buchen könnten. Im weiteren Gespräch stellte sich dann heraus, dass die lieben Leute zwar, wie gestern erfahren, keine Reservierungen vornehmen aber jederzeit bestehende Reservierungen auch auf den anderen ParksCanada-Campgrounds einsehen können. Und, siehe da: die Reservierung hatte doch funktioniert. Somit wich die Unsicherheit dem guten Gefühl, für die nächsten 2 Tage einen unserer Wunschplätze bekommen zu haben.

Gut gelaunt fuhren wir mit dem Camper in die Stadt. Wir ergatterten einen guten Parkplatz und starteten von dort eine kleine Wanderung entlang des Bow River. Bereits nach wenigen Metern konnten wir die erste Entdeckung machen. Auf einer kleinen Wiese direkt hinter dem Rocky Mountains Museum hatte es sich ein junger Wapiti Bulle gemütlich gemacht. Natürlich ein willkommenes Fotomotiv. Dann stiefelten wir zu den Bow Falls, dem kleinen Wasserfall von Banff. Das Wetter spielte an diesem Vormittag aber nur soweit mit, dass es zumindest trocken blieb. Für fotografische Highlights gab es leider kein gutes Licht und nur graue Suppe am Himmel. Von den Falls aus stiefelten wir über einen kleinen Waldweg gegenüber hoch zum berühmten Fairmont Banff Springs Hotel. Dabei kamen wir auch an einem Restaurant vorbei, das sich „Waldhaus“ nennt. Angeboten wird zünftige deutsche Küche mit Schweinshaxen und Weißbier. Unfassbar! Über ein paar letzte Treppenstufen erreichten wir dann das Hotel. Hier bezahlen viele Leute ganz viel Geld für eine Übernachtung. Uns gefiel es schon von außen überhaupt nicht. Ein paar Aufnahmen als Erinnerung, mehr brauchten wir nicht. Unsere Tour führte uns zurück zur Banff Avenue, von wo aus wir nach einem kurzen Regen-Stopp im Indianerladen „Banff Indian Trading Post“ den Weg zu den „Cave & Basin“ einschlugen. Einem sogenannten Historic Site im Banff Nationalpark. Es handelt sich dabei um ein Thermalbad, dass von den heißen Quellen gespeist wird. Eigentlich hatte ich vor den nahegelegenen Rundwanderweg zu gehen, dieser erschein uns dann aber recht unattraktiv und zudem etwas weit, gemessen an dem Umstand, dass wir ohne Verpflegung unterwegs waren. So gingen wir nur den kleinen Lehrpfad direkt am „Cave & Basin“. Dieser führte mitten durch den Wald über Holzpfade, bis rein in die Ausläufer der nahen Vermillion Lakes. Nach einem anschließenden kurzen Snack in der der Sonne, schlugen wir den Weg  zurück nach Banff ein. Auf dem Weg zu unserem Camper konnten wir am örtlichen Frozen-Joghurt-Paradies nicht vorbei. Auch wenn die Preise für ein bisschen gefrostetes Molkereierzeugnis schon deftig sind. Aber… ist ja Urlaub und außerdem kann man sich seine Portion so schön selber abzapfen und zusammenbasteln. Wenig später am Camper vollzogen wir einen schnellen Kleiderwechsel. In den angespeckten Wanderklamotten wollten wir den weiteren Tag nicht verbringen. Wir gliederten uns dann wieder ein ins Banff-Getümmel. Der obligatorische Kaffee & WLAN-Besuch im Starbucks durfte am Ende natürlich auch nicht fehlen.

Zurück am Campground nahmen wir dann erstmal eine verdiente Dusche. Pünktlich vor Sonnenuntergang machten wir uns dann nochmal auf und steuerten den nahgelegenen Two Jack Lake an. Einer der meist fotografierten Seen in Banff zumal von hier aus auch der auffällige Mount Rundle gut zu sehen ist. Wir waren natürlich nicht die einzigen, die den Tag hier ausklingen lassen wollten und auch ein paar ambitionierte Fotografen hatten sich bereits am Ufer des Sees an den besten Stellen postiert. Ich wollte mich jetzt nicht unfreundlich irgendwie dazwischen drängeln, sondern kostete die Wasserdichtheit meiner Wanderschuhe aus und stiefelte ein paar Meter in das seichte Wasser. So konnte ich einige besonders schöne Felsbrocken in meine Aufnahmen integrieren. Dani war derweil ebenfalls auf Motivjagd und zog dafür am Ufer ihre Kreise. Am Ende konnten wir mit unserer Ausbeute mehr als zufrieden sein und, nachdem die Show am Himmel vorbei war, zufrieden zum Campground zurückfahren. Nach einem Absacker wurde der Tag von uns dann für beendet erklärt. Gute Nacht, Banff!

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